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Wednesday, 20 June 2007

disconnected

My internet connection is volatile, to say the least.
Whosoever feels like getting in touch: Emails and comments I can read from work. A few selected people are in possession of my phone number - they may use them. As for those who feel too illiterate to write and too skint to call: Tough luck, luv.
(Not that there was anything newsworthy, anyway.)

Sunday, 20 May 2007

regen, manchmal

Ich sitze in unserem Garten und warte auf den Regen. Warmer Regen und kalter Wind, unablässig aber nicht unaufhörlich. Zwischendrin blauer Himmel, der durch düster dunkle Wolken lugt und sich nur früh morgens und spät am Abend ganz unverhüllt zu zeigen traut. Ich werde bald Postkarten schicken.

Die letzte Woche war anstrengend. Nicht so sehr die Arbeit, bei der ich erstaunlich unproduktiv war, sondern viel mehr meine Zähne. Wieder einmal hat sich der rechte untere Weisheitszahn entzündet, wieder einmal war ich beim Zahnarzt. Meine Bitten um ein lokal angewandtes Antibiotikum wurden geflissentlich überhört. Man behandelte mich wie ein Kind – langsam redend, keine Sorge es tut nicht weh, ich will nur mal schauen, tut das weh? – und schrieb mir dann, wahrscheinlich aufgrund meines Gefasels von oben ein Antibiotikum auf. Penicillin, fünf Tage lang. Ich finde das etwas übertrieben, vor allem, weil es nicht halb so gut anschlägt, wie eine lokale Behandlung, hoffe aber trotzdem, dass die Entzündung weggeht. Nach eineinhalb Monaten fast dauerhafter Zahnschmerzen ist die Grenze dessen, was sich Ertragen lässt, langsam überschritten. Ich ignoriere es, so gut es geht und mache meinen Job. Unkonzentriert, wie wir alle.

Dazed, Kasparov, Blue und ich lenken uns gegenseitig von der Arbeit ab. Für einen Grafikdesigner hat Blue erstaunlich wenig Ahnung von Grafik und Design. Dazed und ich sind die einzig Unbezahlten und arbeiten am meisten, außer Monk. Der redet dafür soviel davon, wieviel er arbeitet, dass er nicht dazu kommt, wirklich viel zu machen. Würde er nach den Stunden bezahlt, die er im Büro verbringt, wäre er reich. Blue auch, auch wenn mir nicht klar ist, was er eigentlich macht. Flower ist wie immer unkonzentriert. Ich mag das Zusammenfließen von Privat- und Berufsleben, die seltsame Vermischung von Freizeit und Arbeit, die es einem ermöglicht, sich jeden Tag frohen Mutes aufs Neue in den Grabenkampf zu stürzen, in dem man, wenn überhaupt, ein paar Zentimeter vorwärts kommt, nur um dann unverhofft von den spontanen Bewegungen einer tektonischen Platte, deren Grenze irgendwo kurz vor unserem Büro verlaufen muss, wieder zurückgeworfen zu werden. Die Nichttrennung erlaubt es, die Arbeit als mein Privatleben zu betrachten. Das entspricht sehr meinem Verständnis von Leben und beugt, nach anfänglicher Eingewöhnungszeit an die monotonen Abläufe, der ansonsten vorprogrammierten Frustration vor. Die Abläufe habe ich, nachdem ich feststellte, das sowieso niemand eine Ahnung davon hat wie die Dinge laufen sollen, einfach nach meinen Vorstellungen adaptiert. Außerdem suche ich mir drei bis vier Tätigkeiten gleichzeitig – ich kann unterbrechen und wiederaufnehmen was und wann ich will, solange ich alles rechtzeitig schaffe. Damit hatte ich nun noch nie ein Problem.

Man zeigt mir viel, lässt mich viel machen und auch verbessern – wobei wahrscheinlich nur ich das für eine Verbesserung halte. Da es aber auch eigentlich nur mich und die Aufbereitung des Ergebnisses betrifft, stört sich niemand daran. Es ist entspannt und trotzdem spannend.

Diese Woche wird anstrengend. Kommendes Wochenende ist das Festival, und bedingt durch besagte tektonische Verschiebungen und daraus resultierende kleinere Erderschütterungen geht nicht alles nach Plan. Sie beschreiben das hier liebevoll als Chaos – aber ich habe festgestellt, dass mich die bühne auf mehr vorbereitet hat, als ich dachte. Es lässt mich kalt. Ich mache meinen Job, versuche einen Überblick zu behalten und denke mir: Wir sind super in der Zeit. Wirklich Jungs, kein Grund zur Panik.

Ich freue mich immer, wenn Dazed reinkommt. Wir verstehen uns gut, waren letzten Sonntag auf Pfefferminztee und Cola im Trof und haben uns wunderbar unterhalten. Literatur, lästern, lachen – es ist schön, wenn man alle drei L mit einem Gesprächspartner abdecken kann, ohne ständig auf seine Wortwahl achten zu müssen.

Weggehen oder sehen tue ich nicht viel. Einmal in der Woche mit den Jungs von der Arbeit, das ist dann mein Alkoholtag. Ansonsten bleibe ich daheim. Ich stehe um halb acht auf, bin um zehn auf der Arbeit, gehe so gegen sieben oder später und dann noch einkaufen. Fahre heim, koche, füttere die Katzen, lese oder sehe fern und bin gegen zwölf im Bett. Mein Tag.

Am Anfang fand ich diese Ereignislosigkeit, diese Leere etwas bedrückend. Letztendlich ist das hier aber Arbeit, und kein Urlaub. Die Stadt erkunden und in jedes Museum rennen, jeden Abend eine andere Bar besuchen und in Nachbarstädte fahren – all das mache ich gern mit euch, wenn ihr mich besuchen kommt. Alleine und nach einem Tag Arbeit liegt mir nichts daran. Die Museen machen sowieso um fünfe zu, wie fast alle Läden auch. Am Wochenende bin ich meist einen Tag unterwegs – Innenstadt, Chorlton, aber nie etwas ‚Großartiges’, was auch immer das sein soll. Ich lebe hier. Ich bin hier nicht auf Urlaub. Ich habe meine Routine und finde das ganz beruhigend so.

Ja, ich bin langweilig. Aber das war noch nie anders. Ich störe mich nicht an einem Wechsel der Umgebung, eben weil sie mich im Grunde so wenig interessiert. Ich will ein Bett, einen Herd, einen Kühlschrank, Bücher, Computer und ein Wochenticket für den Bus. Danke, das wär’s. Nein, ich möchte keine Scheibe Bärchenwurst.

Das Einzige, was mich ein wenig stört ist, dass so wenig Zeit zum Schreiben bleibt. Natürlich hätte ich die Abende, aber da möchte ich nicht vor einem Bildschirm sitzen oder auch nur groß nachdenken – nicht fokussiert, jedenfalls. Ein paar Haltestellen eher aussteigen, beobachten, treiben lassen, all das ist viel angenehmer als einen Gedanken von A bis Z zu verfolgen, ihn niederzuschreiben und in eine präsentable Form zu bringen. Hier ist das nicht so wichtig, aber Sundays at the Supermarket liegt wohl erst einmal brach. Ich muss wieder lernen, kurze Gedanken aufzuschreiben und sie hinterher durchzugehen – aber es wirkt einfach ein bisschen bescheuert, wenn jemand im Bus zur Rush Hour plötzlich ein Notizbuch zückt, aus dem Fenster starrt, kritzelt, weiterstarrt und es dann wieder einsteckt. Ja wer bin ich denn? Mister William Fucking Shakespeare?

Eigentlich schade, denn es gibt hier viel, was mir durch den Kopf geht. Vieles lässt sich auf Deutsch vielleicht nicht ausdrücken. Das Englische ist in der Beschreibung der englischen Kultur einfach adäquater.

(Ach ja, und tut mir einen Gefallen: Wenn ihr ein Wort nicht kennt, das den Sinn der Satzes nachhaltig zu beeinflussen scheint, dann schaut es nach. Hier zum Beispiel. Denn nichts ist ermüdender, als mit jemandem zu reden, der etwas a) falsch verstanden hat, und b) nicht davon abzubringen ist. Das geht an niemanden Bestimmtes, ist mir aber wichtig. Sprache und Kommunikation sind so schon fehlerhaft und von Störgeräuschen belastet genug. Man muss nicht alles verstehen. Man darf fragen. Ich mache das ständig – und es funktioniert. Ansonsten gibt es hier ja auch viel in Deutsch, was gar nicht so geplant war, angesichts meiner Leserschaft (so ich denn welche habe) aber sinnvoll erscheint.)

Ich weiß nicht, ob es heute noch was wird, aber unter* diesem Beitrag werden sich demnächst noch mehrere finden. Ich habe ja lange genug nicht wirklich etwas erzählt.

*Also wirklich unter, denn das hier ist ja so was wie eine Einleitung. Muss der Leser halt mal scrollen.

Thursday, 10 May 2007

common people

Oh, the mundane and ordinary life of the working population. Get up, get dressed, get the bus, get online, get out, get the shopping done, get home, get undressed. Sleep.

Nothing much happens. I work – mainly on press contacts with Dazed, on flights and bookings, on everything and nothing – I eat – mainly vegetables and self-made sandwiches – and I sleep – mainly in my bed, sometimes in front of the telly. That’s about as interesting as it gets. Same old routines, just like being back at school.

I don’t complain, though. Strangely enough, just going through the motions of living an ordinary life feels comforting. There’s so little you can expect that every surprise, every word out of place gives you a feeling of exhilaration that would have seemed impossible just two weeks ago. It's dull, but it isn't.

Manchester. Whoah, what a fucking exiting city. Again, it proves my point: Take any place you like, it'll only be interesting with the right attitude and the right people. At the moment, even my hometown - that ditch - seems more thrilling than this city. Wait, before you get me wrong - this place is soaring. It's brimming with culture - high brow and popular. Museums, exhibitions, plays, shows, gigs, festivals, bars, clubs - all just half an hour away. Still, what's the point of going there alone? Strangely enough, I am happy with being out of gravity's centre at the moment and just sort of circling on the periphery of that big, bad thing.

This weekend, however, I'll go out. Dazed promised to take me. Fair enough. If not, I'm going to South, get wasted, dance and try to chat up guys that I wouldn't care looking at if sober. That's the point of the whole exercise, isn't it?

Saying all this: Dear visitors, who you have promised to visit me, there's lots for us to do. More than you could do in a year! So don't feel dishearted, just tell me (well in advance) when you'd like to come. One at a time, please - first come, first served.

More tomorrow or on Saturday. My dinner's waiting - I'm tired. Sleep, work, sleep, work, sleep...

Tuesday, 24 April 2007

preparation: slacking off

What's the purpose of having a third blog, you ask?
Right, this one is a little more... say, personal than the other ones. Reason is: I have the good fortune of skipping uni for half a year and of spending three months of this most precious time of my life (a.k.a. my off-age youth) in Manchester doing an internship with a little company which we, for the sake of convenience, will henceforth call Squid. I work there because I applied - cover letter, CV, follow-up. There you go. Piece of piss.
I will be living somewhere in Manchester sharing with a PhD student. Don't ask me where, don't ask me how. My flatmate (Let's call her Peanuts) I found on Craigslist - Oh! the modern convenience of eschewing personal connections that you don't really have - and I know virtually nothing about her or the place I will be living. Not even the exact address. I have her number and know she'll pick me up at the bus stop (hopefully). Lasagne for dinner. Wine's on me. There you go. Piece of piss.
My flight is Friday, 27th of April some time in the afternoon. I forgot when exactly, but I'll find out once I get to the airport. I'm in no sweat - I have to be early anyways. They cancelled the direct connection from here to SXC, shame.
Over the past two weeks, I have been pissing off everyone with a bad toothache which I hope will go away until Friday. Yes, I have been to the dentist. No, it's not entirely clear what it is. Yes, I know you're not interested. It still occupies my mind, especially because my health insurance status is sort of unclear. I'd have never thought I'd pray for the NHS.
I feel I should prepare something. However, other than buying a new toothbrush and some shampoo, nothing came to my mind. I have my ID, Squid sent me a few materials, but they're kind of busy and don't really get back frequently. Peanuts seems fine and it's all pretty much settled. What else do I need. Clean underwear? They have these at M&S - and a lot cheaper than here. Food? I'm sure there'll be a Tesco somewhere (or a Morrison's or whatever, as long as it's not an ASDA or a Walmart).
Last time I left for the Isle, there weren't many people around. Now, there's a lot of them, and you have to say good-bye to each and everyone - sometimes as much as three times. Hey, you never know whether you'll see them before you head off, right? It's not as if I was leaving for good (give that a year and a half), but three months seems a long time for those who remain. Seriously, it's nice they do say good-bye and not fuck off. Me and my tooth...
So, today, tomorrow, Thursday. Three days. Shit.